Jüdische Kulturtage 2011

Filed under: Berlin,Jüdische Kultur — Wrote by R.B. on Wednesday, September 14th, 2011 @ 8:10 pm

Seit 25 Jahren gibt es sie mittlerweile: Die Jüdischen Kulturtage in Berlin, die uns daran erinnern sollen, welch “herausragenden Stellenwert jüdische Kultur in Berlin besitzt und besaß.” So schrieb es Bürgermeister Klaus Wowereit in seinem Grußwort. Auch dieses Jahr, vom 8.9. bis 18.9. bedeuten die Jüdischen Kulturtage 25 Festivals, die Kultur und Erinnerung zusammenbringen und einen positiven Ausblick in die Zukunft bereiten wollen. Das Jubiläumsjahr ist der deutsch-jüdischen Begegnung gewidmet aber auch der Begegnung von Religion und Kultur: Neben israelischen Künstlern wie Asher Reich wird es auch Veranstaltungen geben, bei denen sich interessierte Besucher über das Judentum informieren können.

Auch musikalisch wird einiges geboten: Zum Festivalauftakt, etwa, ein Abend in der Synagoge Rykestraße ganz im Zeichen des jüdischen Komponisten Werner Richard Heymann, der bis zur Machtergreifung der Nazis, die deutsche Musikszene entscheidend mit prägte; darüber hinaus, hebräischen HipHop, den RIAS Kammerchor und gleich mehrere Sänger und Bands. Ein Highlight auch die Amsterdamer Klezmer-Band, die am Abschlussabend wiederum in der Synagoge Rykestraße mit unterschiedlichen Musikrichtungen die Besucher zum Schwitzen bringend wird.

Empfehlenswert ist sicherlich auch das Stück “Besuch bei Mr. Green” im Schlosspark Theater, in dem zwei Generationen jüdischer Einwanderer in New York aufeinander treffen. Desweiteren gibt es eine öffentliche Lesung der großen Bücher der Religionen vor der Neuen Synagoge in der Oranienburger Straße, darunter die hebräische Bibel, das Neue Testament und der Koran, die an insgesamt vier Tagen zwischen 7 und 22 Uhr hintereinander gelesen werden. Ein echter Beitrag zum Verständnis der Religionen.

Zum Schluss noch einmal ein Zitat aus dem Grußwort Klaus Wowereits: “Für die Berlinerinnen und Berliner bieten die Jüdischen Kulturtage eine Einladung zu höchst anregenden Entdeckungen und immer wieder auch zur Auseinandersetzung mit dem Holocaust, mit der Verfolgung, Vertreibung und Ermordung jüdischer Künstlerinnen und Künstler und mit der versuchten Auslöschung einer glanzvollen Kulturtradition.” Dem ist nur zuzustimmen.

Das Programm der Jüdischen Kulturtage gibt es hier.

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