Jüdische Künstlerinnen und Comics

Filed under: Jüdische Kultur — Wrote by R.B. on Sunday, October 16th, 2011 @ 10:25 pm

Mal ehrlich, wie viele jüdische Comic-Zeichnerinnen kennen Sie? Zugegeben, wir kannten auch nicht viele. Gerade deshalb ist die Ausstellung, “Graphic Confessions of Jewish Women”, die jetzt in New York der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, eine Geschichte wert. Nicht nur, weil es dort außergewöhnliche Kunst zu sehen gibt – sondern weil diese Kunst auch noch außergewöhnlich gut ist und einen einmaligen Einblick in das Innenleben jüdischer Frauen auf der anderen Seite des Atlantik bietet.

Der jüdische Einfluss in der Comic-Szene der Vereinigten Staaten ist seit längerem bekannt. Doch bisher waren es besonders die männlichen Zeichner und ihre Superhelden, die aus gutem Grund Aufmerksamkeit erregten. Wer vergisst schon Joe Shuster und Jerry Siegel, die sich mit Superman unsterblich machten. In den letzten 40 Jahren allerdings haben sich weibliche Künsterlinnen eine Niche geschaffen, ihre Superheldinnen, die vielmehr Antihelden sind, haben ihr eigenes, treues Publikum. Die Arbeit von Ariel Schrag, Sharon Rudahl, Vanessa Davis und anderen ist dabei oft nicht weniger politisch als die Comics ihrer männlichen Kollegen. Anders als die Männer, beschäftigen sich die Frauen allerdings mit der Möglichkeit, dass man nicht unbedingt ein Superheld sein muss, um im 20. oder 21. Jahrhundert zu bestehen.

Dabei haben die Künsterinnen sich durch ihre direkte Kritik schon den Unmut der Männer zugezogen, die ihre Arbeit als selbstgefällige, sexistische Gegenkultur beschimpften. Das Comic war schon immer ein guter Ort, um innere Konlikt auszutragen. Wir sind gespannt, ob wir vielleicht auch in Deutschland eines Tages die Ausstellung zu sehen bekommen und empfehlen bis dahin allen Besuchern des Big Apple einen Besuch im Yeshiva University Museum, wo die Ausstellung seit dem 25. September zu sehen ist.

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