Berliner gedenken des 9. Novembers

Filed under: News and Events — Wrote by R.B. on Thursday, November 10th, 2011 @ 3:43 pm

Nur wenige Tage haben dem vergangenen Jahrhundert so sehr ihren Stempel aufgedrückt wie der 9. November: 1918, Ein Soldatenaufstand läutet das Ende des Ersten Weltkrieges ein; 1923, der Hitler-Ludendorff-Putsch ist eine frühe Warnung der bevorstehenden Zeitenwende; 1938, die Reichskristallnacht läutet sieben Jahre ein, in denen die Menschheit ihren Tiefpunkt erreicht; 1989, der Fall der Mauer erweckt Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Berliner gedachten deshalb dieser Tage wieder der Ereignisse, die die Geschichte ihrer Stadt so prägten.

im gedenken an

Photo: GlassEyesView

Gedenkveranstaltungen und Kranzniederlegungen prägten das Gedenken an die Pogrome aus dem November 1938, als die Nazis ihren Terror erstmals in aller Öffentlichkeit ausführten. „Vor aller Augen wurden Juden gedemütigt, Geschäfte von Juden zerstört, jüdische Friedhöfe geschändet“, so der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) in einer Erklärung. Der 9. November kostete rund 100 Juden das Leben, viele wurden anschließend in Konzentrationslager abtransportiert. Bis heute gilt der Tag weltweit als ein Symbol für die Barbarei der Nationalsozialisten, die Erinnerung daran ist ein wichtiger Baustein in der kollektiven Erinnerung der Welt an den Holocaust.

Auf dem Kurfürstendamm reinigten Studenten die so genannten „Stolpersteine“, auf Bürgersteigen installierte Erinnerungen an die letzten Wohnorte von NS-Opfern, die in ganz Deutschland ein eindringliches Bild des Ausmaßes vermitteln, das der Holocaust auf die gesamte Gesellschaft hatte. Am Abend gedachte die Jüdische Gemeinde Berlin mit ihrer Gemeindevorsitzenden Lala Süsskind in der Anwesenheit von Bürgermeister Wowereit der Opfer des 9. November 1938. Darüber hinaus gab es Veranstaltungen in der Sophienkirche Berlin-Mitte, an der “Spiegelwand” auf dem Hermann-Ehlers-Platz und am Mahnmal Levetzowstraße in Berlin-Moabit, wo die Vereinigung der Verfolgten des Naziregime zu einer Kundgebung gegen Antisemitismus, Rassismus, und Neonazismus einlud. Es sprach eine Zeitzeugin, die als Kind versteckt den Holocaust in Frankreich und der Schweiz überlebte.

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